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Week 12 Preview: Ein Ausflug in bekannte Gefilde

Photo by Kerby Lee at USA Sports Today


Wieder mal ist eine Woche vergangen und wieder mal gabs keine Review. Mittlerweile könnte man schon fast behaupten, die Verlässlichkeit lässt sich in der Unregelmässigkeit der erscheinenden Beiträge wiederfinden. Ich gelobe Verbesserung und kann trotzdem keine Versprechungen machen. Wer trotzdem an meinen Einschätzungen zum Derby gegen die Steelers interessiert ist, dem empfehle ich, die neueste Folge des «German Jungle» Podcast zu hören. Dort müsst ihr, Wohl oder Übel, bereits zum dritten Mal in Folge mit meinem Schweizer Kauderwelsch klarkommen. Wers sich trotzdem antun will, findet die Folge wie immer hier.

Für die Bengals steht diesen Sonntag der Trip nach Nashville zu den Tennessee Titans an. So wie ich die NFL kenne wird das Team mit dem Flugzeug rüber fliegen. Tatsächlich aber befindet sich Nashville nur 4 Autostunden von Cincinnati entfernt, weshalb es zu erwarten ist, dass viele Fans dem Team Folge leisten und sich ebenfalls auf den Weg in die Stadt der Country-Musik machen werden. Zuletzt waren die Spiele gegen die Titans ein gutes Omen für die Bengals, so konnte man 4 der letzte 5 Spiele gewinnen. Einzig 2017 setzte es eine knappe 20 zu 24 Niederlage für die Bengals ab. Am besten in Erinnerung ist uns wahrscheinlich allen noch das Playoffspiel letztes Jahr. In der Divisional-Round vermochte die enorm starke Titans D-Line Joe Burrow 9 mal zu sacken, trotzdem hatte es am ende ganz knapp für den Sieg gereicht. Evan McPherson entschied das Spiel mit einem game-wining Fieldgoal zum 19 zu 16 Endstand und schickte die Bengals damit ins Championship-Game. 

Doch genug in der Vergangenheit geschwelgt. Wie sieht das Matchup am Sonntag aus? Wie haben sich die beiden Teams verändert und geht von der Titans D-Line immer noch so eine hohe Gefahr aus? Lasst es uns analysieren, in der Preview!


Gibt es wieder 9 Sacks?

Lasst uns gleich mit der grossen Frage beginnen. Die Titans D-Line ist auch dieses Jahr wieder gut und wahrscheinlich isoliert betrachtet, der beste Mannschaftsteil dieses Teams. Der grosse Unterschied zu letzten Jahr finden wir auf der Defense End Position. Der Star-Edgerusher Harold Landry hat sich bereits in der Preaseason das Kreuzband gerissen und fehlt den Titans somit für die ganze Saison. Auch Denico Autry, der Landry ersetzten sollte und sowas wie eine kleine Entdeckung war diese Saison, musste letzte Woche verletzt aus dem Spiel genommen werden und wird heuer ebenfalls nicht spielen können. Trotzdem ist diese Nashville D-Line nach wie vor sehr gut besetzt. Jeffrey Simmons ist ein unglaubliches Monster auf DT, der für seinen guten Passrush durch die Mitte bekannt und gefürchtet ist. Er war im Playoffspiel ein echtes Problem für die Interrior-OL (Also G,C,G) der Bengals und auch am Sonntag wird der Hauptfokus der erneuerten Bengals O-Line auf ihm liegen. Es ist davon auszugehen, dass sich Simmons vor allem auf Rookie RG Cordell Volson einschiessen wird. Dieser steht vor einer Herkulesaufgabe, die er ohne zusätzliche Hilfe, entweder von WIlliams oder von Karas wohl kaum wird bewältigen können. 

Aber auch auf der Bengals-Seite des Matchups hat sich einiges getan. Statt Quinton Spain, Trey Hopkins, Hakeem Adeniji und Isaiah Prince stehen nun Cordell Volson, Ted Karas, Alex Cappa und Lael Collins im Lineup. Wenn man sich di Namen rückblickend nochmals durchliesst, dann bin ich immer überraschter, dass die Bengals irgendwie einen Weg gefunden haben dieses Spiel zu gewinnen. Am Sonntag laufen die Bengals aber mit neuem Personal im Joe Burrow Security Department auf. Aber auch diese Ausgabe der Cincinnati O-Line wurde gerade zu Beginn der Saison, den Erwartungen nicht gerecht und wurde meiner Meinung nach zurecht mitverantwortlich für den schlechten Saisonstart gemacht. Mittlerweile kann man aber sicherlich anmerken, dass die O-Line dieses Jahr, ein ganz klares Upgrade zu der Ausführung von letztes Jahr ist. Die Bengals O-Line konnte zuletzt echt überzeugende Auftritte an den Tag legen, so ging gegen eine starke Steelers-Front eigentlich nur ein Sack auf ihre Kappe.

Im Allgemeinen wird dieses Matchup Bengals O-Line vs. Titans D-Line zu wahrscheinlich dem Key-Matchup für das Spiel. Wenn Tennessee es schafft, durch ständigen Druck und Sacks Joe Burrows Rhythmus zu brechen, werden es die Bengals schwer haben, ihre gewohnt kurzpasslastige Offensive aufzuziehen. Gerade im Passspiel verbirgt sich aber auch die Chance für die Bengals die Titans Offensiv zu attackieren. Die Titans sind im Passspiel etwas anfällig und tun sich schwer damit, Receiver effizient zu verteidigen. CB Tristan Fulton, ist definitiv ein guter Corner aber dahinter setzten die Titans auf viel junges Blut. Ich denke, dass die Bengals Receiver durchaus ihr Räume werden kreieren können und wenn dann wirklich vielleicht sogar Chase für ein Paar Snaps auf dem Feld steht, könnte das brandgefährlich für die Titans Secondary werden. Es ist erwartbar, dass die Bengals wieder auf viele Cover-Two Looks treffen werden. Ganz hinten haben die Titans nämlich mit Kevin Byard und Amani Hooker zwei erfahrene Safetys. Die Bengals konnten zuletzt einige gute Ansätze gegen diese Defensiv-Struktur finden, trotzdem hab ich immer noch ein bisschen ein mulmiges Gefühl, wenn die Bengals auf Cover-Two treffen, wahrscheinlich bin ich da einfach gebrandmarkt durch den Saisonstart.


Auch die Bengals können D-Line!


Auch auf der anderen Seite des Balles wird das Duell D-Line vs O-Line eine prägende Rolle einnehmen. Die Titans haben laut PFF nur die 28. beste O-Line in Sachen Passblocking und genau hier kann Cincinnati ansetzten. Mit Trey Hendrickson und Sam Hubbard verfügen sie über ein Duo, welches dieses Jahr konstant Druck auf dem Quarterback ausüben kann. Aus Fan- und Analystenperspektive mag das jetzt absurd klingen, weil die beiden Edgerusher kaum mal durch Sacks oder geile Plays auffallen. Wenn man sich aber die Snaps mal etwas genauer ansieht, wird man schnell bemerken, dass der Druck durchaus da ist und halt statts
Sacks eher schlechten Würfe und Entscheidungen der generischen QBs daraus resultieren. 

Die Hauptaufgabe der Bengals D-Line wird aber in diesem Spiel nicht der Passrush sein. Denn Tennessees Offensive dreht sich rund um den Laufangriff mit Derrick Henry. Der Star-Runningback spielt schon wieder eine unglaublich starke Saison. Man könnte schon fast pauschal sagen, wenn Henry am Boden funktioniert, funktioniert die gesamte Titans Offensive. Er gibt dieser Offensive eine Baseline, die sie ohne ihn nicht hat. Aufbauend auf dem Lauf, ziehen dann die Titans auch ihre Pass Offensive auf. Mit vielen Looks die dem Laufspiel sehr ähneln und vor allem sehr viel Play Action will diese Passoffensive vom eigenem Laufspiel profitieren.
 
Allerdings sind sowohl Tannehill als auch seine Receiver eine echte Wundertüte. So haben wir von desolaten bis überraschend starken Spielen schon alles von ihnen gesehen. Hinzu kommt, dass Tannehill hier und da auch für eine Interception gut ist. Gerade Bengals Safety Jesse Bates dürfte vor dem Spiel glänzende Augen haben. So konnte Bates gegen Tannehill bereits 3 Interceptions fangen. Im Playoffspiel im Januar war dies übrigens gleich beim ersten Spielzug der Partie der Fall.

Alles in Allem lässt sich also sagen, dass die jeweiligen Defensiven die Schlüsselsteine für ihre Teams werden können. Es würde mich nicht überraschen, wenn dasjenige Team gewinnt, welches den dominanteren defensiven Auftritt hinlegen kann. Ich erwarte also alles andere als ein Shootout 


Somit bleibt mir wie immer nur noch eines übrig:

Who Dey!

🐅





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