Es ist so weit! Die heisse Phase der NFL beginnt offiziell heute Abend und die Bengals sind zum zweiten Mal ein Teil von diesem Spektakel was sich "NFL-Playoffs" schimpft. Letztes Jahr hat man diese Tatsache nach langer Absenz mehr als abgefeiert und nur ein Jahr später fühlt es sich an wie "Buisness as usual". Dieser Fakt allein zeigt auf, wie unglaublich weit dieses Team gekommen ist und wie stark es sich unter der Führung von Zac Taylor und Joe Burrow weiterentwickelt hat. Die Erwartungshaltung an das Team sind mindestens seit der Ära Joe Burrow spätestens aber seit dem märchenhaften Playoff-Run vom letzten Jahr andere. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass ein allfälliges ausscheiden am Super-Wildcard-Weekend als eine mittlere Enttäuschung gewertet werden darf. Und trotzdem gilt: "Great Players make great Plays in the greatest moments" heisst übersetzt so viel wie "Grosse Spieler, machen grosse Plays im grösstmöglichsten Moment." Joe Burrow ist einer dieser Spieler. Immer wenn der Druck am grössten scheint, macht er seinen besten Spiele. Und genau deshalb gehe ich als Fan zwar nervös, aber zuversichtlich wie kein zweiter in dieses erste Playoff-Spiel. Die Nummer 9 wird das schon richten! Und wenn nicht er, dann halt die Nummer 1, die Nummer 85, die Nummer 98, die Nummer 94, die Nummer 30 oder der Druide an der Seitenlinie mit seinem Pausentrank.
Die Bengals treffen also am frühen Montag morgen um 02.15 Uhr auf die Baltimore Ravens. Ich hoffe ihr habt euch alle bereits eine gute Ausrede überlegt, wieso ihr Montags nicht auf Arbeit kommen könnt. Ich für meinen Fall habe zum Glück frei und muss mir deshalb über die kurze Nacht keine Gedanken machen. Schlafen werde ich wahrscheinlich so oder so nicht bis das Spiel los geht!
Bevor wir uns allerdings wie jedes Wochenende den Schlüsselfaktoren widmen, möchte ich zuerst gesondert auf ein Thema eingehen, was allerdings arg mit den Schlüsselfaktoren zusammenhängt.
Der Domino-Effekt in der O-Line
Letztes Jahr war in den Playoffs die O-Line das grosse offensichtliche Problem. Die Bengals geprägt von Umstand, dass wahrscheinlich genau diese O-Line im entscheidenden Moment im SuperBowl das Zünglein an der Waage zwischen Sieg und Niederlage war, haben in der nachfolgenden Offseason alles daran gegeben, um diese Situation nicht ein zweites Mal zu erleben. Die Positionsgruppe wurde generalüberholt und man lief zu Beginn der Saison gleich mit Vier von Fünf möglichen neuen Startern auf.
Über die Saison hinweg war die Line dann ein stetiges Auf und Ab mit genialen Blocks aber auch grad zu beginn mit desaströsen Sacks. Doch zwei Sachen wurden ziemlich schnell deutlich: Das Skill-Level war im vergleich zum letztes Jahr deutlich besser und Joe Burrow vertraute seiner Line sichtlich mehr. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass das Thema O-Line nach dem schwachen Start zur Nebensache wurde und man eigentlich nicht mehr gross darüber gesprochen hat, obschon die Perfomance nach wie vor schwankend war. Vielleicht zu recht vielleicht zu unrecht, rückten andere Thematiken in den Vordergrund. Doch wie das Schicksal es so will, stehen die Bengals nun zum zweiten Mal in Folge in den Playoffs und zum zweiten Mal in Folge müssen wir vor dem ersten Playoff-Spiel die O-Line Thematik adressieren.
Die Verletzungen von RT Lael Collins und RG Alex Cappa kommen wirklich zum ungünstigsten Zeitpunkt, wenn es sowas wie einen günstigen Zeitpunkt für eine Verletzung überhaupt gibt. Somit gehen die Bengals wieder mit Backups auf der rechten Seite in die Playoffs und müssen wieder hoffen, das diese Seite nicht zum Problem wird. Neben dem Qualitätsverlust (vor allem im Laufspiel) den diese Ausfälle mit sich bringen, gibt es noch einen weiteren nicht zu unterschätzenden Effekt: Mit Cordell Volson spielt ein Rookie 4. Runden Pick aus der College Division 2 auf LG. Und versteht mich nicht falsch, der junge Mann macht seine Sache unglaublich gut, aber er hat auch oft schematische Hilfe von den beiden Veteranen an seiner Seite erhalten. Jetzt wo auf RT und RG zwei Backups spielen müssen, braucht es diese schematische Hilfe anders wo und Cordell Volson ist öfters mal auf sich allein gestellt. Gegen die Ravens in Woche 18 war er mit dieser neuen Verantwortung, mehr als einmal sichtlich überfordert und so entstand eine seiner schlechteren Leistung dieses Jahr. Durch die Ausfälle lässt sich also so ein gewisser Domino-Effekt erkennen und die Hoffnung aus Teamperspektive muss ganz klar sein, dass man irgendwie eine Lösung findet um diesen Effekt zu stoppen oder zumindest ihn etwas einzudämpfen. Wenn es etwas gibt, was die Bengals in dieser Hinsicht positiv stimmen kann, dann ist dies der Umstand, dass Joe Burrow im Vergleich zu den letzten Playoffs, deutlich besser darin geworden ist, dem Druck auszuweichen und keine dummen Sacks mehr zu nehmen.
Die Schlüsselfaktoren im Wild Card Game gegen die Ravens
1. Den Spielverlauf kontrollieren
2. Die Ravens zum Passspiel zwingen
Vieles davon würde ich auch für dieses Spiel wieder genau so unterschreiben. Wer gerne eine detaillierte zu diesen beiden Punkten haben möchte kann diese im Post von letzter Woche nachlesen.
Diesen Sonntag hab ich Aufgrund der neuen Umstände noch zwei weitere Schlüsselfaktoren mitgebracht und diese Lauten wie folgt:
1. Die O-Line muss irgendwie halten
Ich habs vorhin schon zu genüge ausgeführt aber auch hier aufs spezifische Matchup gegen diesen Ravens Passrush bezogen, komme ich nicht darum herum, noch ein Mal über die Bengals O-Line zu sprechen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Bengals das bessere Team sind und die Offensive Qualität auf den Skillpositionen sich durchsetzt. Wenn allerdings der Ravens D-Line die Line of Scrimage dominieren kann, dann werden die Bengals zum einen ziemlich einseitig, weil sie kein Laufspiel aufziehen werden/können und zum anderen können sie Burrow und Co mit Sacks im richtigen Moment zu schwierigen Third-Downs zwingen oder sie gleich direkt vom Feld schicken. Wenn die Ravens durch den Druck an der Line es also schaffen, das der eine oder andere Bengals Drive ohne Punkte versandet, zwingen sie Burrow an die Seitenlinie und da kann er bekanntlich keine Punkte machen. Es ist von dieser Bengals nicht zu erwarten, dass sie plötzlich so spielen wie in Bestbesetzung, wenn man es allerdings irgendwie hinbekommt die fatalen Fehler zu minimieren, könnte dies Gold wert sein.
2. Eine Antwort für die Tight Ends haben.
Das die Ravens Defensiv sehr stark und absolut gefährlich werden können wissen wir. Doch im Gegensatz zur Defensive happerts in der Offensive deutlich mehr. Gerade auf der Receiver-Position fällt die fehlende Qualität sofort auf. Die Ravens müssen also andere Wege finden, um den Ball im Passspiel zu bewegen. Hier hilft es dann natürlich, dass du in Form von Mark Andrews auf einen Elite Tight-End zurückgreiffen kannst. Er ist der Dreh und Angelpunkt dieser Passofensive und hat mit seiner Size und seiner Athletik schon mancher Defense arge Probleme bereitet. Die Bengals tun also gut daran, ihm besondere Aufmerksamkeit zu schenken und seinen Einfluss auf das Spiel so gut wie möglich einzuschränken. Neben Mark Andrews setzten die Ravens auf zwei junge Tight-Ends, die beachtlich oft in die Offensive mit eingebaut werden. Isaiah Likely und Charlie Kolar sind gerade als Passempfänger nicht zu unterschätzen und können ein paar schöne Routen laufen. Die Ravens werden also Offensiv viel über ihre Tight Ends machen wollen. Dass ist ein Ansatz, den so nicht viele Teams verfolgen und der für eine Defensive eine sicherlich nicht ganz alltägliche Herausforderung darstellt. Seid Lou Anarumo DC der Bengals ist, hat die Bengals Defensive aber eigentlich meist ganz gut gegen Tight-Ends verteidigen können und so wie ich Anarumo mitlerweile einschätze wird er sich auch hierfür etwas kluges überlegen und versuchen schematische Antworten zu finden.
Somit bleibt mir wie immer nur noch eines übrig:
WHO DEY!
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