Playoffs - ein wirklich einzigartiges Konstrukt des modernen Sports irgendwo an der Grenze zwischen grösstmöglichen Momenten und absoluten emotionalen Wahnsinn. Als Fan der auf nationaler Bühne eher auf dem Eishockey unterwegs ist, sind für mich Playoffs und die Momente die sie kreieren können nichts Neues und trotzdem reissen mich die NFL-Playoffs jedes Jahr ums neue mit. Und die NFL treibet das ganze Konzept dieses Formates auf die Spitze. Dieses "Do or die" Format der NFL, schafft es, aus einem einzigen Spiel so einen Gipfel zu machen, wie ich ihn sonst nur von einer WM oder einer Olympiade kenne. Du arbeitest die ganze lange Saison nur auf dieses eine Spiel hin und binnen Drei Stunden kann alles vorbei sein. So findet man sich als Fan am Montagmorgen um 04.30 Uhr herzrasend vor dem TV wieder und bibbert und betet, dass man nur eine Woche später wieder das selbe absurde Gefühl erleben darf. Und wenn du dann als Fan mit so einem Moment belohnt wirst wie es der Fumble von Tyler Huntley und der anschliessende 98-Yard Touchdown von Sam Hubbard es war, dann meine Damen und Herren, haben wir den Grund gefunden wieso wir Fans sind.
Das Spiel und seinen entscheidenden Szenen hat, so denke ich, mittlerweile jede/r von euch doppelt und dreifach gesehen, weswegen ich es mit einem klassischen Game Review Beitrag lasse und ich mich stattdessen in klassischer Lehrermanier darauf fokussiere, welche Lehren man aus diesen Spiel mitnehmen kann. Ich denke es ist ein guter Weg um einzuordnen wo dieses Bengals Team vor dem hoch antizipierten Aufeinandertreffen mit den Buffalo Bills steht. Lasst mich also keine weitere Zeit verlieren und gehen wir rein in die Take-Aways!
Das Clutch-Gene der Cincinnati Bengals Defensive
Irgendwann im Verlaufe des Spiels, ich meine es war beim Stand von 17:17 hab ich zu Steven und Thomas im Discord gesagt: "Das fühlt sich an als müsste die Defense uns wieder ein mal mit einem Bigplay den Arsch retten" und genau das ist passiert. Ich erzähle euch das nicht, um mir selbst für diesen Take auf die Schultern zu klopfen sondern vielmehr um euch zu vermitteln wie sehr wir uns diese Saison als Fans daran gewöhnt haben, dass die Bengals Defensive in den wichtigen Momenten mit einem Turnover zur Stelle steht. Es ist echt beachtlich, wieviel Spiele die Bengals auf diese Art und Weise für sich entscheiden konnten. Jetzt mag der eine oder andere von Glück sprechen, welches du definitiv in solchen Situationen auch brauchst, aber wenn du solche Situationen in dieser Häufigkeit erzwingen kannst, dann hat das für mich, nichts mehr mit Glück zu tun. Es zeigt vielmehr ein Team oder hier spezifisch ein Mannschaftsteil, der sich nicht von Moment beeindrucken lässt und der bei jedem Play 110% gibt. Diese Defensive ist Clutch und das ist in den Playoffs, wo es um alles geht umso wertvoller. Das spannende an dieser Tatsache ist auch, das es völlig Spieler unabhängig ist. Mal ist es Pratt mit einem Forced Fumble, mal Trey Hendrickson mit einem wichtigen Sack mal Logan Wilson der den Ball frei schlägt oder Jesse Bates mit der Interception. Aus allgemeiner NFL-Perspektive gesehen, haben wir keinen defensiven Superstar und doch traue ich praktisch jedem unsere Defense-Spieler ein solches Play in einem solch wichtigen Moment zu. Defensive Coordinator Lou Anarumo hat da zusammen mit Quasi-GM Duke Tobin wirklich etwas einzigartiges zusammengestellt. Die Spieler zahlen es ihnen mit guten Leistungen zurück.
Das Laufspiel wird zur Nebensache
Die Sorgen in der O-Line werden immer grösser. Wie es das Schicksal so wollte hat sich im dritten Spiel infolge ein starting O-Liner der Bengals verletzt. Wie euch allen bekannt sein dürfte, musste Jonah Williams vergangenen Sonntag verletzt aus dem Spiel genommen werden, was plötzlich dazu führte, dass Jackson Carman (!) Der Spieler auf Left Tackle war. Dieser Umstand bringt so einige grössere und kleinere Probleme mit sich. Neben dem Qualitätsverlust im Passblocking, welcher trotz schwankender Leistungen von Williams dieses Jahr ein beachtlicher sein wird, macht mir dieser oder besser gesagt diese Ausfälle in Kombination vor allem im Laufspiel sorgen. Das Laufspiel war diese Saison bereits mit einer fitten Line wohlwollend beschrieben eine Wundertüte. In manchen Spielen kam man trotz fitter Line ziemlich schnell vom Laufspiel ab, weil es einfach nicht funktionierte und dann gabs aber auch so spiele wie gegen die Panthers wo Mixon eine ziemlich beachtliche Lauf-Verteidigung alt aussehen lies. Gegen die Ravens hatte das Laufspiel sichtliche Probleme, weil dem Team mit Collins und Cappa zwei der entscheidenden Spielern für diese Art von Offensive fehlten. Mit einem zusätzlichem Starter weniger gegen die Bills ist also sogar ehr nochmals mit einer Verschlechterung zu rechnen. Das Problem an der Sache ist relativ simple und haben wir hier im Blog oder auch im Podcast schon des Öfteren ausgeführt. Ein Team wie es die Bengals nicht sind, braucht das Laufspiel nicht um damit die Grundlage für ihren Sieg zu legen aber es ist umso wichtiger um die nötigen Räume und Matchups für das Passspiel zu kreieren. Wenn das Laufspiel nicht funktioniert, dann können sich gegnerische Verteidigungen voll drauf fokussieren das Bengals Passspiel zu verteidigen, weil sie den Lauf nicht respektieren müssen. Wenn das Laufspiel aber da ist, zwingst du die Verteidiger näher an die Line of Scrimmage und so öffnen sich dann Fenster dahinter, die man mit Spieler wie Boyd oder Hurst gezielt attackieren kann. Ich hoffe hoffe hoffe einfach, das man sich bei den Bengals etwas schlaues für dieses Laufspiel überlegt, weil in dem Zustand wie es sich gegen die Ravens präsentiert hat, ist es eigentlich ein Nullfaktor und das kannst du dir in den Playoffs einfach nicht erlauben.
Das waren meine zwei Main Take-Aways aus dem Raben-Spiel. Natürlich könnte man noch das eine oder andere Thema mehr wie z.B: Evan McPhersons fortwährende Problemchen oder Joes Burrows Fähigkeit, komplette Drives an sich zureissen thematisieren aber fürs erste solls das gewesen sein.
Somit bleibt mir wie immer nur noch eines übrig:
WHO DEY!
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