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Week 9 Review: Die Wiedergeburt

Bei mir zuhause ist das sonntägliche Familienessen jeweils auf 19.00 Uhr angesetzt. Als deutschsprachiger Footballfan gibt es eigentlich keinen ungünstigeren Zeitpunkt aber Familie geht zumindest aus meiner Perspektive immer noch über das Hobby hinaus. Meist ist das auch gar kein Problem je nach dem wann genau wir essen, kann ich sogar noch den wichtigen ersten Drive mitverfolgen und bin dann wieder zurück am Bildschirm, wenn es Mitte zweites Viertel in die heisse Phase geht. Wenn die Bengals allerdings so Spiele wie gegen die Falcons oder jetzt wie vergangen Sonntag gegen die Panthers, verpasst du einfach den geilsten Teil der Partie. Als ich Sonntag nach dem Essen wieder an den Bildschirm zurückkehrte stand es bereits 21-0 und die Bengals machten 3 Plays später das 28-0 Dingfest, das Spiel war also gefühlt schon vorüber. Es war, man musst schon fast sagen wieder einmal, ein dominanter Auftritt zu Hause im Paycore Stadion. Die Panthers hatten nie wirklich eine Chance. Alle Punkte von Carolina kamen in der sogenannten Garbage-Time zustande. Die Bengals vermochten also zu einer deutlichen Reaktion, nach dem blutlosen Auftritt gegen die City-Up-North.


Ist den schon Ostern?

Ich muss sagen, ich war schon ein bisschen überrascht ob der Dominanz, welche die Bengals am Sonntag an den Tag gelegt haben. Persönlich habe ich ein viel engeres Spiel erwartet, gerade auch weil Cincinnati mit vielen, vielen Verletzungen zu kämpfen hatte. Aber das Überraschende war dann weniger der Sieg, sondern tatsächlich die Art und Weise wie die Bengals zu diesen Sieg kamen. Und ich glaub da war ich definitiv nicht der einzige. 

Joe Mixon strafte uns alle Lügen. Fast schon wie Jesus an Ostern, ist er wiederauferstanden, mit einer Perfomance, die in der Bengals-Historie seines gleichen sucht. Alleine in der ersten Halbzeit lief Mixon für über 110 Yards und 3 Touchdowns, hinzu kamen 58 Yards und einen Touchdown in der Luft. Am Ende des Spiels steht Mixon bei einem Laufschnitt von 7.0 Yards pro Lauf, 211 Total Yards und 5 Touchdowns. Eine Statline, die du so schnell in der NFL nicht mehr lesen wirst. Das spannende an dieser Sache ist für mich ja, dass man diesen Output eher zu Beginn der Woche im Monday-Night-Game hätte erwarten können. Der Gegner dort war bekannt für seine schwäche in der Laufverteidigung, ganz im Gegenteil dazu die Panthers, welche mit einer echt starken D-Line und der viert besten Laufverteidigung ins Spiel gegen die Bengals gingen. Aber Mixon hat diese Defensive einfach sowas von alt aussehen lassen und ich kann nicht mal wirklich Dinge finden, welche die Bengals gross anders gemacht hätten, als die Woche zuvor. Mixon war einfach on Point in diesem Spiel. Er traf schnell die richtigen Entscheidungen, Attackierte die Lücken mit seinem Speed, war flink auf den Füssen und lies sich kaum tackeln.  Am besten zur schau stellte er diese Fähigkeiten in einem Screen-Spielzug direkt im ersten Drive. Ein Screen-Pass ist ein Spielzug, wo der Quarterback bewusst Druck von den Passrusher auf sich nimmt, um dann im letzten Moment dann Ball zum Runningback loszuwerden, der nun zwei Blockende O-Liner vor sich hat. Screen-Pässe sind ein guter Konter gegen den Blitz, verlangen aber ein hohes Mass an Agilität von O-Line und Running Back. Die Bengals hatten diese Saison echt Mühe mit dieser Art von Spielzügen, aber dieser angesprochene im ersten Drive hat bis zur Perfektion funktioniert. Die O-Liner halten für Mixon den Weg frei und dieser beschenkt sie mit einem Lauf für 40+ Yards. Offiziel gilt das ganze übrigens als Pass auch, wenn der Spielzug eigentlich klar auf den Lauf nach dem Fangen des Balls ausgelegt ist.

Und ich denke, wenn wir uns jetzt bereits schon ein wenig mit den Aufgaben der O-Line beschäftigt haben, dann muss man auch für diese eine Lanze brechen. Gerade im Laufspiel vermochten sie echt zu überzeugen. Am Montag kursierten einige echt interessante Clips auf Twitter, wo man sehen konnte wie unsere O-Liner Mal ums Mal den Weg für Mixon freigeräumt haben. Ich finde es ist oft einfach auf der O-Line rumzuhacken, weil die Fehler einfach viel deutlicher sichtbar sind, als bei anderen Positionen. Da solls dann auch mal erwähnt bleiben, wenn die etwas festeren Jungs ihren Job, zumindest in gewissen Aspekten, wirklich gut machen.


Next-Man-Up für Feinschmecker

Die Bengals Defensive ging deutlich dezimiert in die Partie gegen Carolina. Auf mehreren Positionen fehlten wichtige Starter. Als Fan hatte man also durchaus ein wenig Grund zur Sorge, gerade auch weil PJ Walker seine Sache zuletzt echt ordentlich gemacht hat.

Im Spiel sollte man aber überhaupt nichts von diesen Ausfällen merken. Die Bengals Defense spielte in beidruckender Manier und lies in der ersten Halbzeit genau ein First Down, welches wegen einer Strafe zustande kam. PJ Walker fand gegen diese Defensive kein Mittel, erst als zu beginn der 2. Halbzeit Bengals Kryptonit Baker Mayfield aufs Feld kam konnte siche die Panthers Offensive zu ein paar Punkten durchringen.

Diese Performance spricht für mich für zwei Dinge. Zum einen steht sie sinnbildlich für die Top-Leistungen von Bengals Defensiv-Koordinator Lou Anarumo dieses Jahr. Wenn du mit einer Defensive, die hauptsächlich aus Back-Up-Spielern besteht, einer NFL-Offensive so den Zahn ziehen kannst, dann ist das irgendwo auch einfach gutes Coaching und ein guter Gameplan. Zum anderen steht diese Defensive Performance für die Kultur, welcher dieser Coaching-Staff geschaffen hat. Es kommt gar nicht so mega drauf an, wer da draussen auf dem Feld steht, weil jeder 100% gibt, die Spieler für einander da sind und jeder genau das tut, was von ihm verlangt ist. Next Man Up für Feinschmecker.


Somit bleibt mir wie immer nur noch eines übrig:


Who Dey!


🐅

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