Ich weiss, Ich weiss ich bin wieder mal ultra spät dran. Die Bye Week ist eigentlich schon längst passé und der Diskurs rund um die Bengals hat sich bereits wieder in Richtung des AFC-North Derbys gegen die Steelers verschoben. Trotzdem war ich während der Bye-Week nicht untätig. Ich war zu Besuch im German Jungle Podcast und darf mich mit meinem Blog nun als vollständiges Mitglieds dieses Projektes schimpfen. Dazu gab es auch einige organisatorische sowie designtechnische Anpassungen, die dem regelmässigem Leser meiner laienhaften Zeilen sicherlich bereits aufgefallen sind. Mehr dazu hier.
Trotzdem möchte ich mit diesem Beitrag heute noch ein wenig Bye-Week Content machen. Inspiriert durch die vorletzte Ausgabe des The Athletic-Podcast "Hear that Podcast growling" von den beiden Bengals Beat-Writern Paul Dehner und Jay Morrison machen wir aus diesem Bye-Week Beitrag eine kleine Award-Show. Und so dreist wie ich bin sind die meisten Kategorien, die wir heute besprechen, direkt aus dem Podcast entnommen oder zumindest stark davon inspiriert. Mag jetzt etwas faul klingen, und ist es wahrscheinlich auch, aber ich finde das Format der Award-Show bietet eben perfekt die Möglichkeit, viele verschiedene Themen innerhalb eines Beitrags anzugehen. Also frei nach dem Motto "Oft kopiert, selten erreicht" gehen wir rein in die Bengals Bye-Week Oscars.
Der "Alle ausser Joe Burrow " MVP-Award
Wenn man über Beglas MVP's der bisherigen Saison spricht, dann wäre das zweifelsohne Joe Burrow. Das ist aber auch irgendwo langweilig und vorhersehbar, wenn du einen Quarterback hast der auf dem Niveau der besten NFL-Quarterbacks performen kann. Aus diesem Grund wird Joe Burrow bewusst von der Preisverleihung für diesen Award ausgeschlossen. Wer war also neben Joe Burrow der wichtigste, wertvollste Spieler für Cincinnati bis jetzt? Für mich gibt es da nur eine Antwort und sie ist wahrscheinlich genauso offensichtlich und langweilig wie Joe Burrow.
Die Rede ist natürlich von JaMarr Chase. Was ein JaMarr Chase in Top-Form dieser Offensive geben kann sucht fast ligaweit seines gleichen. Chase ist Vertrauter-Nummer-Eins von Joe Burrow, ist enorm Explosiv, hat enorm starke Hände und kann zum Teil Spiele im Alleingang entscheiden. Ich schaue JaMarr Chase auch einfach sau gerne zu und bin echt ein wenig frustriert, das genau er sich verletzten musste. Hoffen wir also, das die Hüfte von Chase sich bald erholt hat und er für den wichtigen zweiten Teil dieser Saison wieder mit 100% seiner Kräfte zur Verfügung steht.
Honorable Mention: Vonn Bell
Der "Offensive Juggernaut" Award
Aus dem ersten Award wurde Joe Burrow kategorisch ausgeschlossen um das ganze Ding ein wenig spannennender zu gestalten. Mindestens bei diesem Award kommt man aber nicht mehr an Joe Burrow vorbei. Nach einem etwas schwierigen Saisonbeginn hat sich Joe Burrow von seinen zurückhaltenden Ketten seiner Blinddarm-Operation losgerissen und spielt mittlerweile wieder auf dem gewohnt starken Level. Nichts an Joe Burrows Spiel ist "flashy". Er hat weder die tollen Läufe wie Lamar Jamckson oder jüngst Justin Fields, noch hat er die geilen No-Look-off-Balanace Pässe wie ein Patrick Mahomes und trotzdem spielt Joe Burrow einfach Woche für Woche auf einem unheimlich hohem Niveau. Joe Burrow liest gegnerische Defensiven wie kein zweiter, hat bei praktisch jedem Pass perfektes Ball-Placement und wirkt in keiner Situation hektisch oder überfordert. Joe Burrow ist der unangefochtene Kapitain dieser Bengals Franchise und ich könnte mir keinen besseren Mann für diese Rolle wünschen.
Honorable Mention: Ted Karas
Der "Defensiver Juggernaut" Award
Springen wir mal ein wenig in die Defensive. Ich finde die Defensive als gesamte Einheit spielt eine unglaublich starke Saison, das war etwas, was ich persönlich zu Beginn der Saison nicht zwingend erwartet hätte. Ein Spieler sticht für mich aber klar heraus und das ist Strong Safety Vonn Bell. Er war der Mann für die wichtigen Big-Plays, wenn die Defensive mal dringend eins gebraucht hat. Mit seinen wichtigen Interceptions hat er den Bengals in verschieden Spielen wieder das wichtige Momentum zurückgebracht und hatte somit grossen Einfluss auf die gesamthafte Leistung des Teams. Aber nicht nur in der Raumdeckung spielt Bell diese Saison unglaublich gut, auch in der Laufverteidigung hatte er schon einige sehr wichtige Tackles setzten können. In diesem Bereich war er bereits letzte Saison sehr gut aber auf diese Saison hin, konnte er sich da nochmals steigern. Da sein Saftey Partner Jessie Bates auch langsam auftaut, können die Bengals sich auf ein ziemlich starkes Safety Duo verlassen. Dies ist von enormer Bedeutung jetzt wo CB1 Chidobe Awuzie für den Rest der Saison ausfällt.
Honorable Mentions: Dj Reader, Trey Hendrickson
Der "Surprised Pikachu Face" Award
Dieser Award geht, wie es der Titel schon ein wenig verrät, an die grösste Überraschung der Bengals Saison. Wenn ich ein kreativer Typ wäre, dann würde ich hier diesen Award an das Steelers Start-Spiel verleihen. Ich habe vor diesem Spiel alles erwartet, aber nicht, dass die Bengals mit 5 Turnover aus diesem Spiel kommen und man sich trotzdem darüber ärgern muss, dass man das Spiel verloren hat. Nun bin ich ja bekanntlich alles andere als Kreativ, weil dieses ganze Format hier einfach aus einem Podcast geklaut wurde, weshalb ich eine andere, eher der Norm entsprechende, Antwort mitgebracht habe. Für mich ist die grösste Überraschung der ersten Saisonhälfte ganz klar Rookie Guard Cordell Volson. Der 4. Runden Pick der Bengals, welche wirklich eine eher maue Vergangenheit haben, was das draften von O-Liner angeht, ist seit Spiel eins Starter und ist mir seit da eigentlich nie als übermächtig grosses Problem aufgefallen. Der junge Mann spielt einfach grundsolide und macht seinen Job. Viel mehr kannst du dir eigentlich nicht ehoffen, von einem Spieler der nur in der zweithöchsten Stufe des College Footballs gespielt hat.
Honorable Mentions: Hayden Hurst, D-Line Depth
Der "John Ross Gedächtnis" Award
Als noch naiver Bengals Fan, der noch nicht viel von Football verstanden hat, habe ich zu meinem besten Freund vor jenem Draft gesagt, dass ich unbedingt John Ross an Nr. 9 bei den Bengals sehen möchte und war den entsprechend gehyped als dies tatsächlich zur Wirklichkeit wurde. Leider wurde ich dann bitter von ihm und seinem Stint im Marvin-Lewis-Doghouse enttäuscht, weshalb der Award für die grösste Enttäuschung dieser Tatsache zu ehren, nach John Ross benannt wurde. Auch hier könnte man man wieder den Saisonstart aufführen, weil die Erwartungen an dieses Team nach dem Superbowl und der Offseason einfach unglaublich hoch waren. Für mich ist diese schwierige erste Saisonphase allerdings auf eine Grundthematik zurückzuführen: O-Line. Hatte man als Fan und als Experte nicht diese tollen Free Agents Verpflichtungen der Bengals gelobt. Man sei aggressiv auf das Problem zugegangen, habe sich so deutlich verbessern können und habe so eine höhere Baseline für die gesamte Offensive schaffen können. Und was sieht man bis jetzt davon? Praktisch gleichviele Sacks wie letztes Jahr und sogar vergleichbare Pressure-Raten. Versteht mich nicht falsch, ich glaube schon, dass das Talent in der O-Line gestiegen ist, ich und viele andere haben sich glaube ich einfach einen viel deutlicheren, merkbareren Unterschied gewünscht, der zumindest bis jetzt noch ausgeblieben ist.
Honorable Mentions: Lauf-Offensive, Zac Taylors Offensives Scheme
Der "Haribo Happy Cherries Award"
Wenn es etwas gibt von dem ich nie genug kriegen und von dem ich immer mehr und noch mehr in meinen Mund reinstopfen kann, dann sind das die Happy Cherries von Haribo. Die Dinger sind einfach viel zu gut und es wäre viel zu schade, wenn man sie auf die Ersatztbank seines Süssigkeiten Lineups stellt. Entsprechend geht dieser Award also an den Spieler, von dem ich gerne mehr sehen würde. Da meine erste Saison als Bengals Fan die Elite-Saison von Tyler Eiffert war und er sowas wie mein erster Bengals Lieblingsspieler ist, hatte ich schon immer ein Flair für Tightends. Aus diesem Grund kann dieser Award eigentlich nur an niemand geringeres als Hayden Hurst gehen. Ich finde, dass Hurst genau der Tightend ist, der dieser Offensive noch gefehlt hat. Hurst ist ein unglaublich verlässlicher Receiver und macht sich als Komplementärstück zu den Receivern echt gut. Er kann gute Routen laufen, ist auch nach dem Catch aggressiv und fightet um jedes Yard. Was bei ihm manchmal untergeht, ist, dass er auch Blocker einen guten und wichtigen Job in der Line macht. Gerade jetzt, wo Chase fehlt, würde ich mich freuen wenn man ihn noch effektiver ihn die Offensive mit einbauen könnte.
Honorable Mention: Jospeh Ossai in der Rolle als DE
Der "gekochte Zucchetti" Award
Das essenstechnische Gegenteil von Gummibärchen ist für mich gekochte Zucchetti. Der Geschmack, die Konsistenz, das Aussehen einfach alles daran ist gelinde gesagt scheusslich und soll bitte weg von meinem Teller und weg von meinen Geruchs und Geschmackssnnen. Gespiegelt auf eine Football Award Kategorie gibt das den Award für den Spieler oder die Sache von der ich gerne weniger sehen möchte. Im Podcast habe mich über de fakto WR4 Michael Thomas ausgelassen. Er wäre definitiv ein Kandidat für diesen Award. Ich möchte aber hier im Blog eine andere Richtung einschlagen. Und zwar gehts da ins Special Team. Die Zeit von Kevin Huber als Punter müsste für meine Bedürfnisse zu Ende gehen. Der Mann ist eine Cincinnati Legende, hat bereits am College für die Cincinnati Bearcats gepunted und hatte einige echt starke Saisons für die Bengals. Mittlerweile sind seine Punts aber eher mau. Hinzu kommt, dass sich zu seinen durchschnittlichen Punts meistens ein bis zwei ganz schlechte Punts hinzu gesellen und das kannst du dir in der heutigen NFL einfach nicht mehr erlauben. Ich finde es ist an der Zeit, dass man Drew Chrisman eine Chance gibt, sich in einem echten Spiel zu beweisen und ihn nicht nur ständig für seine guten Trainingeineheiten lobt.
Honorable Mention: Samaje Perine
Der "Das hängt mir zum Hals raus" Award
So eine Football Saison ist immer begleitet von vielen Storylines, Geschichten, Diskussionen und Thematiken. Das Thema was was mir als Fan am meisten zum Hals raushängt ist die ewige Debatte rund um das Playcalling von Zac Taylor. Mittlerweile können wir als Fan glaube ich ganz gut einordnen was wir von Zac Taylor als Play Caller und Offensiver Designer erwarten können. Die Offensive baut vor allem auf ihre Play Maker und vertraut darauf, dass diese Spieler den Unterschied machen können. Zac Taylor versucht seine Offensive weitestgehend an den Fähigkeiten seines Star-Quarterbacks anzupassen, so dass dieser sich möglichst wohl fühlt und died ist aus meiner Perspektive auch genau die richtige Herangehensweise. Wir werden von Zac Taylor nie eine super kreative Offensive a la Shanahan bekommen. Dieser Umstand kann einen als Fan frustrieren, solange der Erfolg ausbleibt und deshalb werden die Diskussionen darum auch nie vollständig von der Bildfläche verschwinden, solange Zac Tylor der Head Coach der Cincinnati Bengals bleibt. Trotzdem bin ich die Diskussion langsam echt müde, weil sie sich nur noch im Kreis dreht. Nach jedem schlechten Spiel diskutieren wir darüber und sobald im nächsten Spiel alles wieder funktioniert wird die Thematik wieder totgeschwiegen. Es findet auch kein gesunder Austausch mehr statt. Der Diskurs hat sich gefühlt in zwei Lager aufgeteilt und keine von beiden Seiten weicht von ihrem Standpunkt ab.
Honroable Mention: Die " Die Spieler hätten in der Presaeson spielen Müssen" Storyline
Somit bleibt mir wie immer nur noch eines übrig:
Who Dey!
🐅
Kommentare
Kommentar veröffentlichen