Am späten Donnerstagabend klickte ich, auf der Suche nach etwas Ablenkung von meiner schulischen Vorbereitungsarbeit, auf die Twitter-App um zu sehen, was die Welt so neues zu berichten hatte. Doch die Neuigkeiten, welche Twitter mir zu übermitteln hatte, hätte ich und jeder andere Bengals-Fan lieber gar nie gelesen. Der Team Insider Malik Wright tweetete das unser Superstar-WR JaMarr Chase aufgrund seiner Hüftverletzung für die nächsten 4-6 Wochen fehlen, potenziell sogar auf der IR-Liste landen würde. Kurz darauf folgten dann die nationalen Reporter, um die Sache zu bestätigen. Was ist also stand heute (Sa, 29.10) die Ausgangslage für Chase? So wie es aussieht ist Chase trotz seiner Verletzung um das schlimmste herumgekommen. Es handelt sich um einen kleinen Haarriss am Hüftgelenk sowie einen Riss des Gewebes rund um das Hüftgelenk. So habe ich das als deutschsprachiger Fan zumindest den englischsprachigen Berichten entnommen. Die Verletzung verlangt keine zwingende Operation und sollte von selbst wieder verheilen, das Gelenk allerdings sollte geschont werden. Daher ist es sehr schwierig zu sagen, wann Chase wieder einsatzfähig ist, da bei jedem Mensch solche Dinge unterschiedlich schnell verheilen. Grundsätzlich sagt man für diese Art von Verletzung eine Heilungszeit von 4-6 Wochen vorher, daher die berichtete Ausfallzeit. Momentan sieht es so aus, als würden die Bengals Chase von der IR-Liste fernhalten was für mich zwei Sachen bedeutet: 1) Die Bengals hoffen, das Chase eher früher als später wieder zurückkehren kann und 2) Das sie den Rosterplatz von Chase nicht benötigen um vor der Trade-Deadline am 1. November noch aktiv zu werden.
Leider muss trotz allem weiterhin Football gespielt werden. Mit Myles Garrett wartet Montagnacht ein ziemlich ungemütlicher Gegner. Gehen wir also rein in die Preview:
Offensive ohne Chase - geht das ?
Gehen wir mal weg vom medizinischen hin zum sportlichen. Was bedeutet ein Ausfall von JaMarr Chase für diese Offensive?
In vielerlei Hinsicht war JaMarr Chase nämlich der Motor dieser Offensive. Allein schon mit seiner Präsenz auf dem Feld verlangt er besondere Aufmerksamkeit von gegnerischen Defensiven und selbst die ist manchmal nicht genug. So öffnet er ganz nebenbei auch Räume für seine beiden Receiver-Kollegen Tee Higgins und Tyler Boyd. Aber nicht nur die Fähigkeit Coverage-Strukturen zu diktieren macht JaMarr Chase so wertvoll für diese Offensive, auch seine ultra starken Hände machen ihn bei wichtigen Situation zu dem Go-to-Guy für Joe Burrow. Wie oft haben die Bengals bei Third Down einfach Slants oder ein Quick Out gecallt, weil man davon ausgehen kann das Chase einfach besser als sein Gegenspieler ist. Gerade Joe Burrow hat sich auf diese Fähigkeiten von Chase besonders stark verlassen. Es wirkte zum Teil sogar schon so, als würde Burrow das Play gar nicht mehr richtig lesen und einfach den Ball irgendwie zu Chase bringen wollen. Aber wer solls ihm Übel nehmen, wenn du einen Receiver hast, der aus einem 6-Yard out ein 60-Yard Touchdown macht.
Und genau hier sehe ich für diese Offensive auch eine Chance. Durch den Ausfall von Chase wird Burrow gezwungen, sein Spiel ein wenig anzupassen. Er muss wieder mehr das Feld lesen und kann nicht mehr blind auf Chase vertrauen. Es ist nicht so, dass Burrow sich in diesem Aspekt falsch oder schlecht verhält, sondern vielmehr hilft es ihm auch eine noch bessere Connection mit den anderen beiden Top Receivern aufzubauen. Aber nicht nur Burrow wird sich anpassen müssen. Auch die Offensive an sich muss neue Wege finden, die Receiver frei zu bekommen. Viele Route-Konzepte der Bengals bauen nämlich darauf auf, dass du als Verteidigung die tiefe Route von Chase respektieren muss. Zac Taylor und Brian Callahan müssen sich jetzt also gezielt Plays für Boyd und Higgins überlegen und können sich nicht mehr drauf verlassen, dass Chase ihnen den Weg freiräumt. Ein letzter Punkt, denn ich als elementarisch für den Erfolg dieser Offensive ohne Chase ansehe, ist das Laufspiel. Das Laufspiel muss eine wichtigere Rolle in dieser Offensive einnehmen, damit gegnerische Defensiven es respektieren müssen und so Chancen für unsere Receiver bereitstellen. Dies war auch schon mit JaMarr in der Offensive ein Thema aber ohne ihn wird das umso wichtiger werden. Seit der Umstellung der (Lauf)Offensive von einem Wide-Zone-Ansatz hinzu einem Shotgun-Ansatz funktioniert das Laufspiel auch ein wenig besser. Leider steht es aber immer noch auf sehr wackeligen Füssen und ist noch weit entfernt davon eine ernsthafte Bedrohung für gegnerische Defensiven zu sein. Hier wäre also ein weiterer Entwicklungschritt wünschenswert.
Und die Defense? Auch die Bengals-Defense hatte in den vergangen Tagen mit vielen Verletzungssorgen zu kämpfen, allerdings ist man auch hier vor dem Schlimmsten davon gekommen. Es scheint so, als würden DE Trey Hendrickson und LB Logan Wilson rechtzeitig zum Spiel wieder fit werden. Die Beiden sind nicht umsonst eine der Kernstücke dieser Defensive und es ist gut, sie wieder auf dem Feld zu haben. Offiziell verletzungsbedingt, meinem Bauchgefühl nach vielleicht auch ein wenig Perfomance bedingt, kommt es zu einer Rochade auf CB2. Eli Apple wird das Spiel gegen die City-Up-North aufgrund einer Hamstring-Verletzung verpassen und Rookie CB Cam Taylor-Britt wird seinen ersten NFL Start machen. Im Draftprozess hat der 2. Rundenpick der Bengals viele Vorschusslorbeeren erhalten und ich bin gespannt, was er uns bei seinem Debut zeigen kann. Ansonsten gibt es ehrlicherweise nicht viel zur Defense zu sagen. Die Laufverteidigung wird gegen eine starke O-Line und den warscheinlich besten Runner der Liga Nick Chubb wieder zur zentralen Aufgabe der Bengals Defensive. Wenn man diesen Laufangriff irgendwie eindämmen kann, nimmt man der gegnerischen Offensive ihre Stabilität weg. Es dürfte also spannend zu sehen sein, ob Jay Tufele und Zac Carter ihre herausragenden Leistungen von letzter Woche wiederholen können.
Keine Toleranz
Ihr habt es vielleicht gemerkt. Ich habe es bis anhin erfolgreich vermieden, den Namen des Bengals-Gegner im Monday Night Game zu verwenden und das soll hier auf dem Blog auch weiterhin so bleiben. Ich finde es abscheusslich einem (wahrscheinlichen) Sexualsstraftäter, der sich in über 20 Fällen nebengerichtlich eingen musste, damit seine Opfer nicht mit weiteren Details ans Tageslicht rücken, 200 Millionen garantiert wortwörtlich in den Arsch zu schieben, nur dass deine von Misserfolg und Missmanagement gebeutelte Franchise endlich nen Quarterback hat an dem man sich festkrallen kann. So etwas verdient einfach keine Platform und es verdient aus meiner Sicht auch nicht, dass man auch nur rein sportlicher Natur über diese Franchise spricht, weil man so das Andere bewusst in den Hintergrund rückt.
Natürlich können die einzelnen Spieler die bei dieser Franchis unter Vertrag stehen wenig bis gar nichts für diese Situation. Starke spieler wie Myles Garrett und Nick Chubb blieben deshalb auch nicht unerwähnt. Ich bin gespannt, was sich die Bengals für diese Spieler überlegt haben. Mit starken Edge Rushern und dem Laufspiel hatten die Bengals zuletzt ihre Problemchen.
Grundsätzlich sollte man noch kurz etwas zur Ausganslage sagen. Die Bengals stehen in der AFC North mit 2 Niederlagen da, eine dritte gegen die Browns wäre im Rennen um den Divisions Titel wohl kaum verkraftbar. Es ist also von immenser Bedeutung, dass man gegen einen zuletzt schwächelnden Gegner den Sieg einfahren kann. Auch ohne Chase.
Somit bleibt mir wie immer nurnoch eines übrig:
Who Dey
🐅
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