Ich weiss, ich weiss es wäre schön wenn hier auf dem Blog etwas regelmässiger und etwas zuverlässiger die Beiträge erscheinen würden aber lassen wir mal meine persönliche Planungsunfähigkeit und die damit fehlende Preview aussenvor, dann durften wir gestern Abend ein Bengals-Spiel erleben, welches nicht wie in den letzten Wochen von übermässigen Frust, sondern viel mehr von sehr viel Spass geprägt wurde. Die Bengals schlagen die Falcons zuhause im Paycore-Stadium mit 35 zu 17 Punkten, in einem Spiel in dem der Gegner eigentlich nie eine echte Chance hatte. Die prägende Storyline vor dem Spiel war die Frage, ob die Bengals mit der Shotgun-Offensive nun endlich einen vielversprechenden Ansatz für ihre schwächelnde Offensive gefunden haben. Ich glaube nach diesem Spiel lässt sich festhalten: Diese Offensive ist in weiten teilen wieder die alte.
Der Damm ist gebrochen
Eigentlich hat man als Bengals-Fan nur darauf gewartet. Jeder von uns wusste, dass auch eine solche offensive Performance in diesem Team stecken kann. Es war nur die Frage, wann und ob die Bengals ihre PS endlich mal auf die Strasse bringen können. Gegen eine arg gebeutelte Falcons-Secondary konnte man genau das endlich tun. Die Falcons gingen schon mit einigen schwerwiegenden Verletzungen in der Passverteidigung in dieses Spiel hinein aber als sich dann auch noch Star-Cornerback Aj Terell eine Hamstring-Verletzung zuzog, hatte Atlanta keine Möglichkeiten mehr nur ansatzweise unsere Passing-Offensive zu verteidigen. Dies äusserte sich in unglaublicher Manier an den Halbzeitstats der Bengals Offensive wieder: Joe Burrow stand zu diesem Zeitpunkt bei 21/25 Pässen für 345 Yards und 3 Touchdowns. Tyler Boyd stand bei 5 Catches für 118 Yards und einem Touchdown und JaMarr Chase bei 5 Catches für 112 Yards und 2 Touchdowns. Das sind Zahlen, an welche die meisten Spieler diese Woche nicht mal nach einem ganzen Spiel ran kommen. Einfach unfassbar gut, anders lässt sich das nicht zum Ausdruck bringen. Zum Ende hin reichte das bei Joe Burrow für 501 Total Yards und 4 Touchdowns. Der einzige Spieler in der NFL-Historie der diese Statline jemals erreichen konnte war, oh Wunder, Joe Burrow letztes Jahr im zweiten Spiel gegen die Ravens. Eine Schlussfolgerung die man daraus ziehen könnte ist, dass du als Gegner der Bengals einfach hoffen musst mit einer fitten Passverteidigung antreten zu können, ansonsten wird es ziemlich hoffnungslos. Aber sind wir mal ehrlich, wenn die Bengals Offensive auf diesem Niveau spielt wie gestern Abend, dann ist das einfach nicht zu verteidigen. Wenn wie gestern neben dem ultragefährlichen JaMarr Chase und dem ultra verlässlichen Tee Higgins plötzlich auch noch Tyler Boyd anfängt der Welt zu zeigen, wieso er einer der besten Slot-Receiver der Liga ist, dann wird es auch für gesunde Verteidigungen irgendwann schwierig. Hinzu kommt, dass sich Tight End Hayden Hurst eine echte Rolle in diesem Team erarbeitet hat. Sowohl als verlässlicher Blocker aber vor allem auch als Receiving Waffe wird er immer gefährlicher. Hurst ist immer wieder bei den wichtigen Third-Downs genau da wo es ihn braucht und kämpft um jedes Yard, eine Eigenschaft die sich Joe Burrow sehr gerne zu nutze macht.
Alles in allem War es ein ziemlich dominanter Auftritt dieser Offensive. Wenn wir beim Laufspiel ein Auge zu kneifen, weil es dieses gegen Atlanta einfach nicht gebraucht hat, dann hat diese Offensive endlich mal so ausgesehen, wie ich mir das zu beginn der Saison erträumt hatte. Burrow hat (trotz 3 Sacks) viel Zeit in der Pocket, verteilt die Bälle in Perfektion und die Top-Receiver machen den Rest. So kann es von mir aus gerne weitergehen, auch wenn nächste Woche mit den Browns und dem hungrigen Myles Garret wieder eine andere Herausforderung auf diese Offensive wartet.
Den Verletzungssorgen zu trotz
Defensiv musste man sich die Frage stellen, ob es in der Laufverteidigung wieder ein ähnliches Fiasko wie letzte Woche gegen die Saints geben würde. Die Offensive Identität der Falcons baute nämlich genau auf diesem Laufspiel auf und tat dies zuletzt recht erfolgreich. Die Bengals die grade in der Laufverteidigung mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatten ( u.a. Reader, Wilson, Tuopo) mussten also auf der Hut sein. Die Bengals trauten diese Aufgabe den beiden jungen wilden Defensive Tackle Zach Carter und Jay Tufele an und die beiden machten ihre Sache wirklich gut. Immer mal wieder fielen sie durch starke Tackles in der Laufverteidigung auf und waren mit ein Grund, wieso die Falcons-Offensive eigentlich nur in einem Drive so richtig erfolgreich agieren konnte. Es ist echt beruhigend zu wissen, dass die Bengals auch über genügend Kadertiefe verfügen, damit Verletzungen nicht all zu fest ins Gewicht fallen.
Trotzdem bin ich ein wenig um unsere D-Line besorgt, weil irgendwann in der zweiten Hälfte unser Star Pass-Rusher Trey Hendrickson mit einer Nackenverletzung das Spiel verlassen musste und nicht mehr zurück kehrte. Ein (längerer) Ausfall von ihm, kann sich diese Bengals Defensive eigentlich nicht leisten. Er ist einer der wenigen in dieser Defensive, die konstant Druck auf den Quarterback machen können. Hoffen wir also, dass er uns erhalten bleibt, genauere Updates werden wir wohl aber erst im Laufe der Woche erhalten.
Als letztes müssen wir noch kurz auf die Serie zu sprechen kommen, welche diese Bengals Defensive momentan am Laufen hat. Ich erwähne es zwar jede Woche, aber es ist für mich nach wie vor eine unglaubliche Statistik. Diese Bengals Defensive hat auch nach 7 Spielen keinen Touchdown in der zweiten Hälfte des Spiels zugelassen! Die letzte Defensive, die das geschafft hat, war die 1970er Ausgabe der Kansas City Chief. Es ist also durchaus ein Weile her und es ist definitiv nicht etwas, was man einfach so hinbekommt. Auf unsere Defensive ist also weiterhin verlass. Einzig Eli Apple zeigt hie und da seine Problemchen. Hier würde es mich nicht wundern, wenn bald Rookie Cam Taylor-Britt seine Rolle einnimmt. CTB war in diesem Spiel das erste mal "Active" und spielte doch eine erstaunlich hohe Anzahl Snaps. Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese Situation weiterentwickelt.
Sieger und Verlierer
Ich glaube Sieger und Verlierer zu benennen erübrigt sich in diesem Spiel. Sieger ist jeder Spieler in der Offensive und als Verlierer kann man allerhöchstens Apple und evt. das Laufspiel nennen.
Somit bleibt mir wie immer nur noch eines übrig:
Who Dey !
🐅
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