Vor einer komplett weiss gekleideten Rekordkulisse fahren die Cincinnati Bengals den 2. Sieg der Saison ein. Es war einen unglaubliche Atmosphäre für das erste Primetime-Spiel der Bengals diese Saison und ich beneide jeden der 67'240 Fans der sich dieses Spektakel live im Stadion ansehen konnte. Darunter übrigens auch einige aus der deutschen Bengals-Fan Szene. Ich denke dass ist ein Erlebnis, dass man nicht so schnell vergessen wird.
Der Artikel trägt dem Namen von einem eher unscheinbaren gelben Enten-Pokemon aus der ersten Spielegeneration. Enton sind gerade im Pokèmon-Anime dafür bekannt ,dass sie unter notorischen Kopfschmerzen leiden und so psychische Kräfte entwickeln. Auch vergangene Nacht stand das Thema Kopfschmerzen mehr als einmal im Zentrum meiner Gedankenwelt. Nur, dass bei mir daraus keine psychischen Kräfte, sondern Gedankengänge für den Blog entstehen.
Wenn der Football zur Nebensache wird
Die prägende Storyline nach dieser Nacht ist weder die erste Niederlage der Dolphins diese Saison noch irgendwelche komischen Twitter-Takes eines angesehenen deutschen Football Experten.
Letzte Nacht ging es uns allen nur noch um eines: Die Gesundheit eines jungen Mannes der gestern Nacht niemals auf dem Platz hätte stehen durften. Sehr starke Kopfschmerzen machten sich bei mir breit, als die Bilder von der Gehirnerschütterung von Tua Tagovailoa über meinen Bildschirm flimmerten. Dieses Bild, als sich seine Hände wie bei einem toten Frosch zusammenzogen, nachdem er abermals sein Kopf am harten Boden aufschlug, werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Das tobende Paycore-Stadium wurde nach dieser Szene plötzlich ganze Still. Mehrere Spieler von beiden Teams gingen in die Knie und jeder einzelne hoffte, dass nichts schlimmeres passiert ist. Tua wurde mit einem Stretcher vom Feld gebracht und umgehende ins Krankenhaus der University of Cincinnati gebracht. Im laufe des Spiels und der Nacht zum Glück die Entwarnung. Tua war ansprechbar, konnte alle seine Extremitäten bewegen und flog zusammen mit dem Team wieder zurück nach Miami.
Tua scheint wirklich einen grossen Schutzengel zu haben und doch hinterlässt diese ganze Situation, trotz glimpflichen Ausgangs, einen mehr als faden Beigeschmack. Jeder von uns hat wahrscheinlich die Bilder gesehen wie Tua nach dem Hit im Bills-Spiel aufgestanden ist und wieder in die Knie gezwungen wurde. Es war aus meiner Sicht schon fragwürdig, dass Tua dieses Spiel zu ende Spielen durfte aber dass er dann in einer kurzen Woche nicht mal das Concussion-Protokoll durchlaufen muss und ohne weitere Bedenken wieder mitten in das Geschehen geworfen wird, ist meiner Meinung nach einfach fahrlässig. Und dann habe ich noch ein weiteres Problem mit dieser Situation. Hier hat es Mitchell Schwartz auf Twitter auf dem Punkt gebracht:
"We’ll fight like hell to keep QBs who sexually assault women from getting suspended for too long but when one of the good guys has concussive symptoms, returns to the game, doesn’t enter concussion protocol, and is allowed to play 4 days later, “our investigation is ongoing.”
Er übt damit harte Kritik an der NFLPA, welche im Deshaun Watson Case alles daran gegeben hat, um das Strafmass möglichst klein zu halten, wenn es aber um die Sicherheit und Gesundheit der Spieler geht Versteckt man sich hinter "laufenden Untersuchenungen". Um es auf einen finalen banalen Punkt herunterzubrechen und vielleicht werde ich hier auch ein wenige polemisierend: Es wird alles daran gegeben, dass man das grösstmöglichste Matchup, das grösstmöglichste Spektakel und die grösstmöglichen Einnahmen für die geldgierigen Owner generieren kann und das alles auf dem Rücken der Gesundheit der Spieler, also denjenigen ohne die der ganze Bums gar nicht laufen würde.
Zwei gegensätzliche Entwicklungen
Wenn wir die Bengals Perspektive für dieses Spiel einnehmen, dann steht wiederum das Thema Kopfschmerzen im Zentrum aber Offensiv und Defensiv betrachtet auf unterschiedliche Art und Weise.
Die Defensive wird von Spiel zu Spiel stärker und ist definitiv der Grund für Kopfschmerzen bei gegnerischen Fans. Wenn man sich nämlich die Namen in der Bengals Defensive durchliest, dann klingt das für den durchschnittlichen NFL-Fan nicht nach einer Einheit, die einem gross Angst machen sollte und dennoch scheitern gegnerische Offensiven Woche für Woche an der Aufgabe gegen diese Defensive grossartig viele Punkte zu machen. Die Bengals Defensive kommt nicht über die Star-Spieler. Sie funktioniert desshalb so gut, weil es keine klare Schwachstelle gibt, weil einige Spieler wie Logan Wilson oder Chidobe Awuzie zu den meist unterschätzten Spieler überhaupt gehören und weil die gesamte Defense dazu fähig ist im wichtigen Moment das entscheidende BigPlay zu machen. Unsere Defensive ist definitiv der Grund dafür, wieso wir in allen Spielen ein Chance hatten das Spiel für uns zu entscheiden. Fairerweise muss man aber auch anmerken, dass die Bengals abgesehen von der ersten Halbzeit Gestern, kaum gegen einen wirklich guten Quarterback spielen mussten. Trotzdem hatte man es geschafft, die heisseste Offensive der aktuellen Saison mehr oder weniger einzudämmen. Wenn die Defensive auch ohne DJ Reader dieses Level halten kann, werden wir in den allermeisten Spielen in der Lage sein diese auch zu gewinnen, wenn sie denn nicht ein gewisser anderer Mannschaftsteil ausbremst.
Und wenn ich einen gewissen anderen Mannschaftsteil anspreche, dann wissen wir glaube alle welchen Teil ich meine. Unsere Offensive ist definitiv der Auslöser für ziemlich starke Kopfschmerzen bei mir. Es geht mir nicht in den Kopf, wie mit diesem Personell eine Offensive so schlecht aussehen kann. Die Bengals Offensive ist nämlich genau dann gefährlich, wenn sie von den gegnerischen Defensiven förmlich dazu aufgefordert werden. Sobald 1zu1 Situationen für unsere Receiver entstehen werden diese auch bewusst von uns angegriffen. Ansonsten fehlt der Offensive jegliche Kreativität und jegliches Konzept, auf das sie sich verlassen könnte. Das Rungame ist inexistent, schlaue Wege unser Receiver freizubekommen findet man so selten wie die Nadel im Heuhaufen und leider ist auch Burrow nicht ganz auf seinem Playoff-Niveau.
Ein Lichtblick war neben der Bestrafung von Single-High Coverages durch unsere nach wie vor sehr starken Receiver das Spiel der Offensive Line im Passblocking. Joe Burrow hatte gestern immer wieder sehr viel Zeit und stand kaum mal unter Druck. Dies hilft ihm dann auch bessere Entscheidungen zu treffen und gibt vor allem den Receivern auch Zeit sich freizulaufen. Perfektes beispiel hierzu der lange Pass zu Boyd, wobei Boyd mit einem Move zwei Verteidiger abschüttelt und spät im Play meilenweit frei wird und Burrow den Pass anbringen kann. Leider hat Burrow diesen Ball ein wenig unterworfen, sonst hätte das sicherlich ein Touchdown gewesen.
2 Sieger und 1 Verlierer
+ Tee Higgins: Higgins hat in diesem Spiel bewiesen dass es nichts bringt wenn du Chase aus dem Spiel nimmst da dann einfach er seine Aufgaben und explosiven Plays übernimmt.
+ Von Bell: Mit 2 Gefangenen Interceptions definitiv der Mann des Spiels in der Defensive. Ist einfach immer da, wenn man ein wichtiges Play von ihm braucht
- Run Game: Erzielte zwar einen Touchdown kommt aber nachwievor nicht in die Gänge. Joe Mixon und O-Line sowie Playcalling sind allesamt gleichermasen am Misserfolgt beteiligt.
Who Dey
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