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Week 3 Review: Ausatmen

Die Anspannung vor dem Spiel war mir deutlich anzumerken. Nach einer anstrengenden Woche auf Klassenfahrt, konnte ich ein weiteres nervenaufreibendes Spiel kaum vertragen und zum Glück wurde mir dieser Wunsch erfüllt. Kollektives ausatmen war angesagt als gestern Abend kurz nach 22 Uhr das Ergebnis feststand: Die Bengals besiegen auswärts im Metlife-Stadium die New York Jets mit 27 - 12 und fahren somit in Woche 3 den ersten Sieg der Saison ein. 

Eine andere Herangehensweise

Bereits im Vorfeld der Partie hatten die Bengals in einer Pressekonferenz angekündigt, dass man bei Gewinn des Münzwurfes, sich dazu entscheiden würden den Ball gleich zu Beginn des Spiels der eigenen Offense in die Hand zu drücken und nicht wie sonst üblich erst zum Start der zweiten Halbzeit. Diese aggressive Herangehensweise gepaart mit einem ersten Drive, der vom Playcalling her, klar vom Trend der ersten beiden Spielen abwich, brachte die Bengals in die Situation, in der sie eigentlich schon die ganze Saison sein wollten. Mit der Führung im Rücken konnten die Bengals das Spiel offensiv deutlich relaxter angehen und dies merkte man vor allem Joe Burrow an. Burrow's Bewegungen in der Pocket waren deutlich zielstrebiger und effizienter, vom nervösen herumgeiere kaum mehr etwas zu sehen. Dies hatte dann auch die gewünschte Wirkung: Burrow fand plötzlich die offenen Receiver und konnte einfache Completions machen und sah sich eben nicht gezwungen irgendwelche wilde Hero-Pässe zu versuchen. Plötzlich konnte man auch wieder die Tiefen Pässe versuchen, welche letztes Jahr so wunderbar funktioniert haben. Leider verlor Chase bei einem wirklich coolem Trickplay den Ball in der Luft und ein zwei mal zeigte Sauce Gardner wieso er als Nummer 4 Overall gedraftet wurde. 
Man muss sich allerdings auch eingestehen, dass viel vom anfänglichen Erfolg der Bengals Offense auch mit der Art und Weise zu tun hatte, wie die Jets Defense gespielt haben. Die Jets spielten im Gegensatz zu den Cowboys und den Steelers viel mit Single-High und Blitzes, eine Defensive Herangehensweise, die den Bengals mit ihren starken Receivern definitiv entgegenkommt. Gegen Ende des 2. Quartes stellten die Jets auf Cover-Two-Looks um und das war dann auch wieder der Moment, ab dem die Offense deutlich stagnierte. Klar konnte die Offense auch gegen diese Defensive-Struktur noch Punkte aufs Board bringen, dies hatte allerdings mehr damit zu tun, dass ihnen die eigene Defense Mal ums Mal kurze Felder schenkte.

Der Damm ist gebrochen

Dieser Sieg war zu einem sehr grossen Teil auch ein Verdienst, der ein Mal mehr überragenden Defense. Man schaffte das Kunststück keinen Touchdown zu zulassen und kreierte vier wichtige Turnover. Man hatte ein wenig das Gefühl, als ob der Damm endlich brechen würde. Bereits in den vergangen beiden Wochen war die Defense den Turnovers sehr sehr nahe und in diesem Spiel konnte sie sich endlich mal für ihre guten Auftritte belohnen. Klar stand mit Joe Flacco auch ein Quarterback auf dem Feld, der definitiv nicht auf dem Level von Trubisky und Rush spielte aber trotzdem war es unglaublich befriedigend zu sehen, dass die Defense auch zu den grossen Big Plays fähig ist. Besonders stach dabei Trey Hendrickson heraus. 3 Sacks, 4 QB Hits, 2 Forced Fumbles ist eine Statline die sich mehr als sehen lässt. Die Jets hatten auf Left Tackle Vor und in dem Spiel mit einigen Verletzungen zu kämpfen und Hendrickson hat das gnadenlos bestraft. Die Beiden Interceptions von Flacco wurden von den zwei anderen Starspielern in dieser Defense gemacht: Die erste war ein wunderbares Play von Linebacker Logan Wilson der zuerst Druck antäuschte und sich dann unglaublich schnell in Coverage fallen lies, um dann den Pass über die Mitte abzufangen. Bei seinem Return hätte er noch fast den Ball wieder hergeschenkt, aber zum Glück konnte sich ein Bengals-Spieler rechtzeitig auf den Ball werfen. Die zweite Interception kann sich Jessie Bates gut schreiben lassen. Nach dem der Ball in den finalen Minuten des Spiels, kurz vor der eigenen Endzone, an der Line of Scrimmage getippt wurde stand Jessie Bates genau am richtigen Ort und beendet damit das Spiel. Man ist fast gewillt zu sagen endlich aus der Sicht von Jessie Bates. Nach der Tirade in der Offseason, in welcher er sich selbst als Top Safety der Liga ausgerufen hat, sah man von ihm in den ersten beiden Spielen wenig bis gar nichts. Er muss sein Spiel definitiv noch steigern, wenn er in der kommenden Offseason die ihm vorschwebende Summe erreichen will. Dieses Play war ein erster Schritt in diese Richtung.

Drei Gewinner und drei Verlierer

Statt langweiligen Stats, die jeder auch selbständig im Internet nachschlagen kann, möchte ich euch nun jeweils am Ende meiner Review die Gewinner und Verlierer des Spieles präsentieren: 

+ Tee Higgins & Tyler Boyd: Beide haben in diesem Spiel bewiesen das Sie enorm starke Receiver sind, die man nicht einfach so vernachlässigen darf

+ Joe Burrow: zeigte eine deutlich verbesserte Leistung und konnte seinen Probleme innerhalb der Pocket abwerfen

+ Linebacker Core: Nicht nur Logan Wilson mit seiner unglaublichen INT, auch Davis-Gaither erfüllte seine Rolle als Ersatz für Pratt mehr als zufriedenstellend.

- Joe Mixon: Wirkte wie schon vor Wochenfrist sehr zögerlich in seinen Run-Entscheidungen und brachte mit 12 Versuchen für 24 Yards kaum was zu Stande. Zudem wirke sein BackUp Samaje Perine mit 5.2 Yards im Schnitt deutlich effizienter.

- JaMarr Chase: Konnte nicht wie vergangene Saison die Deep Balls runterpflücken. Mit 6 Receptions für 26 Yards und 1 Touchdown liest sich die Statline für einen Spieler mit Format von Chase auch eher mau.

- Hayden Hurst: War in der Offensive kaum eingebunden und lies einige Bälle fallen.




Somit bleibt mir am Ende nur noch eines übrig:

Who Dey! 
🐅

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