An erster Stelle nochmals ein dickes Sorry, dass es diese Woche zu keiner Review gekommen ist. Aufgrund privater Umstände war dies einfach nicht möglich, auch wenn es natürlich viel zu besprechen gegeben hätte.
In den Sozialen Netzwerken habe ich den enttäuschenden Auftritt gegen Dallas mit einem Wort zusammengefasst: Frust. Dieser Frust sitzt immer noch unglaublich Tief. Es ist der Frust darüber, dass die Bengals Offense im Vergleich zur letzten Saison immer noch mit den selben Problemen zu kämpfen hat. Es ist der Frust darüber, dass sich schematisch nichts verändert hat und es ist der Frust darüber, dass Burrow momentan nicht das Level von letzter Saison halten kann. Der Frust gilt aber auch der Defense, welche in den ersten zwei Drives gegen Cooper Rush 14 Punkte herschenkt und auch am Schluss in den entscheidenden Momenten sich von Spielern wie Noah Brown schlagen lassen muss.
Genug lamentiert über letzte Woche, gehen wir rein in die Preview für Woche 3:
Jets: Welche Versions der Gang Green darfs sein?
Heute Abend erwartet die Bengals ein ziemlich ähnliches Spiel wie vor Wochenfrist. Die Jets starten mit Joe Flacco ihren Backup QB und sie definieren sich als Team vor allem über die Defense, insbesondere über die talentierte D-Line.
Carl Lawson ist aus Bengals Sicht sicher der prominenteste Name in dieser Line. Mit Jermaine Johnson, John Franklin-Myers, Solomon Thomas und Quinnen Williams finden sich weitere sehr talentierte Spieler in dieser Defensive Line wieder. Im Gegensatz zu den Cowboys kommt der Jets Passrush allerdings nicht über den einen Star-Spieler, sondern eher über den Verbund. Eine Reihe weiter hinten befindet sich die klare Schwachstelle der Jets Defense. Auf Linebacker haben die Jets mit CJ Mosley zwar einen klingenden Namen aber seit seinem Wechsel zu den Jets waren seine Auftritte allerhöchstens als mau einzustufen und ansonsten, da bin ich ganz ehrlich mit euch, sagen mir die Namen auf LB wenig bis gar Nichts. In der Secondary ist das Prunkstück die Cornerbackgruppe. DJ Reed ist in der noch jungen Saison der Nummer 3 CB bei PFF wenn es um Coverage-Grades geht und auf der anderen Seite spielt mit dem Ex Cincinnati Bearcat Sauce Gardner der Nummer 4 Pick des vergangen Drafts und dieser hat bis jetzt noch keinen Touchdown gegen sich zugelassen. Ähnlich wie bei der Front Seven versteckt sich die Problemzone wieder eine Reihe weiter hinten. Die beiden Safetys der Jets, SS Jordan Whitehead & FS Lamarcus Joyner, kommen bei PFF alles andere als gut weg und sollten angreifbar sein.
Offensiv wird, wie in der Einleitung bereits angesprochen, der erfahrene Joe Flacco die ansonsten eher junge Jets Offensive auf das Feld führen. Er macht seinen Job ordentlich, die Frage stellt sich halt, gegen wie viele Teams durchschnittliches Quarterbackbplay dich in eine Position bringt Spiele zu gewinnen. Die Waffen um ihn herum sind noch unbeschriebene Blätter, die meisten allerdings mit viel Potential. Frei Nach dem Motto "Jugend Forscht" also. Auf Receiver ist, das im Konkreten Garret Wilson und Elijah Moore. Beide sind bereits in frühen Jahren ultra raffinierte Route Runners und haben ein hervorragendes Gefühl für den freien Raum. Das Trio wird durch den erfahrenen Corey Davis abgerundet, welcher die Rolle des typischen BigPlay Receivers verkörpert. Auch auf Runningback setzten die Jets mit Breece Hall und Michael Carter auf ein junges Duo mit viel Upside. Zur Offensive Line der Jets kann ich nicht all zu viel sagen. Laut den Stats bei ESPN hat die Line in den ersten beiden Spielen 5 Sacks für einen Raumverlust von 27 Yards zugelassen und im Schnitt geht eine Runplay 4.8 Yards weit. Klingt für mich so, als wären die stärken dieser O-Line eher im Run-Game statt im Passing-Game zu finden.
Alles in allem lässt sich ein übergreifendes Thema für dieses Jets Team finden: Boom or Bust. In vielen Mannschaftsteilen zeigt sich das grosse Potential, was in diese Team schlummert. Auf der anderen Seite hast du aber auch Positionsgruppen, die eher in die hintere Hälfte eines NFL-Rankings gehören. Wenn das Team, gerade Offensiv, allerdings in einen Lauf kommt sind sie ein nicht zu unterschätzender Gegner für jedes NFL Team. Es ist vergleichbar mit den Bengals letzte Saison: Bekommst du das Team, welches gegen Backup-Quarterbacks untergeht oder bekommst du das Team, welches mit Chiefs und Co. mithalten kann?
Bengals - Wo bleiben die Ideen, Wo bleibt Joey Sheisty?
Ich habe diesen Artikel "Minigolf" getauft und ich will euch nun erklären, was es damit auf sich hat. Die Analogie Minigolf und Bengals kann man auf mehreren Ebene deuten:
Minigolf ist die vereinfachte, verkleinerte Variante von Golf, es ist etwas das jeder von uns spielen und ohne grosse Vorbereitung bewältigen kann. Die Bengals als Team besitzen aber die Ausrüstung, um richtiges Golf auf den grossen Plätzen zu spielen und trotzdem schaut die Offensive so aus als wäre sie einer meiner Schüler, welcher vergangene Woche auf Klassenfahrt, das erste Mal einen Minigolfschläger in der Hand hielt.
Beim Minigolf verfolgt man das Ziel die Hindernisse zu bewältigen und den Ball mit möglichst wenig Schlägen ins Loch zu Spielen. Die Bengals scheitern momentan daran, an diesen Hindernissen überhaupt vorbei zu kommen. Zum Teil waren diese Hindernisse gegnerisch bedingt. TJ Watt und die Micah Pasons sind was den Passrush angeht, etwas vom Feinsten, was sich momentan so in der NFL finden lässt.
Zum Teil sind diese Hindernisse aber auch selbst bedingt. Die Offensive ist viel zu unkreativ designed, sprich jedes Team kann sich verdammt gut darauf einstellen wann was kommen wird. Wenn Joe Burrow direkt hinter dem Center den Ball nimmt, ist es fast immer ein Run und sobald er in der Shotgun-Formation etwas weiter hinten steht ist es eigentlich immer ein Pass. Macht draus was ihr wollt, ich für meinen Part würde mir wünschen, dass man endlich mal von dieser Formel abkommt und versucht mehr Überraschung und vor allem mehr Play Action in das Spiel einzubauen.
Das zweite grosse Hindernis, welches die Bengals sich selber in den Weg gestellt haben sind die weiterhin hohen Sack Zahlen. Diese gehen zum einen natürlich auf die O-Line, welche aus meiner Sicht zwar besser spielt als ihr Vorgänger letztes Jahr, man aber auch merkt, dass sie als Einheit noch Zeit brauchen. Zum anderen muss man in diesem Zusammenhang auch Joe Burow nennen. Hierzu hab ich bei Joe Goodberry auf Twitter ein paar spannende Zahlen gefunden: Joe Burrow steht bei 30,9 % seiner Drop Backs unter Druck. Das ist Rang 17 von 33 gerankten QBs bei PFF. Joe Burow wurde bei 38,2 % dieser Snaps gesackt. Das ist Rang 33 von 33 gerankten QBs. Die Schlussfolgerung, welche man aus diesen Zahlen ziehen könnte, ist ,dass die Bengals ein durchschnittliches Team in Sachen Passblocking sind aber den schlechtesten QB haben, wenn es um Pocket-Awareness geht. Natürlich muss man mit solchen Zahlen immer vorsichtig umgehen aber in diesem Fall verdeutlichen sie für mich einen Eindruck den ich schon nach dem Steelers spiel angesprochen hatte. Burrow wird extrem schnell nervös und trifft oft innerhalb der Pocket die falschen Entscheidungen. Etwas das ihm so letztes Jahr definitiv nicht passiert ist und es ist Etwas was mich nachdenklich stimmt. Wenn es allerdings einen Menschen gibt, dem ich blind vetrauen würde, auch aus diesem Tief wieder herauszufinden dann ist das Joe Burrow. Hoffen wir, dass es ihm bereits heute Abend gegen die Jets wieder besser gelingt. Vielleicht hilft es da ja auch, wenn man Twitter und Instagram von seinem Handy deinstalliert hat ;).
Keys to Victory
- Run etablieren, um die Schwache Run Verteidigung der Jets auszunutzen un darauf aufbauen mehr Play Action einbinden.
- Nicht früh in einen Rückstand geraten: Versuchen das Spiel von vorne zu Spielen um nicht ständig einem Rückstand nachrennen zu müssen.
- Defensiv die starken Receiver der Jets in den Griff bekommen --> keine big Play zu lassen.
Who Dey!
🐅
Kommentare
Kommentar veröffentlichen