Football ist wieder zurück und ich könnte mich nicht mehr darüber freuen! Um ehrlich zu sein ist diese Vorfreude aber einer grossen Portion Nervosität gewichen. Das Spiel zum Saisonauftakt gegen die Steelers war irgend etwas zwischen Week One Weirdness und Wake-Up-Call. Aus diesem Grund lässt sich von diesem Spiel nur schwer auf den weiteren Verlauf der Saison schliessen und trotzdem lässt mich dieses unbeschreiblich nervige und mulmige Bauchgefühl nicht los, wenn ich an den kommenden Auftritt denke.
Die Bengals Offensive hat auf jeden Fall am Sonntag im späten Zeitfenster um 22.25 Uhr auswärts in Dallas ordentlich was zu beweisen. Wie gut stehen also die Chancen auf Wiedergutmachung?
Schauen wir uns die Ausgangslage mal etwas genauer an:
Cowboys - Sattelschlepper
Was ist ein Cowboy ohne Pferd?
Ein Sattelschlepper.
Dieser mehr als schlecht als rechte Flachwitz ist nicht nur eine unglaubliche erbärmlicher Versuch etwas mehr Humor in meinen Texten zu verstecken, sondern er passt auch ganz gut auf die momentane Situation der Dallas Cowboys. Der Sherrif Jerry Jones hat sein wichtigstes Zugpferd bereits nach Woche 1 verloren. Dak Prescott verletzte sich im Duell gegen die Buccaneers am Daumen und musste sich daraufhin am Montag unter das Messer legen. Vielleicht ist es purer Optimismus, vielleicht ist es aber auch einfach ein Versuch die Hoffnung auf die Saison nicht aufzugeben, als Mr. Jones am Dienstag verkündete, dass Prescott nicht auf der IR-Liste landen würde und man mit einer Rückkehr vor Ablauf der Vierwochenfrist rechne. Die Realität für das Spiel am Sonntag ist allerdings eine Andere. Fürs erste muss man mit "Sattelschlepper" Cooper Rush vorlieb nehmen. Der 28 jährige Quarterback, welcher bei genauerem betrachten auch der Bruder von Andy Dalton sein könnte, wird die Cowboys gegen die Bengals aufs Feld führen. Dass er zu dieser Aufgabe durchaus befähigt ist, bewies er letztes Jahr in Woche 8. Er warf für 325 Yards und 2 Touchdowns und führte die Cowboys zum Comeback-Sieg gegen die Vikings.
Doch die Cowboys Offense war damals eine andere. Amari Cooper, der den entscheidenden Touchdown fing, ist nach schwierigen Vertragsgesprächen nach Cleveland verscherbelt worden und neben Ceedee Lamb standen mit Cedric Wilson und Michael Gallup noch weitere sehr fähige Passempfänger auf dem Platz. Heuer sieht das ein wenig anders aus. Ceedee Lamb ist der einzig verbliebene Receiver, dessen Namen man als nicht Cowboys Fan kennt und sorgt neben dem immer mehr aufkommenden Thight End Dalton Schultz für die Allein-Unterhaltung im Receiving Corps der Cowboys. Der Ausverkauf machte auch vor der Oline keinen halt. Lael Collins wurde entlassen und unterschrieb, nach einer unvergesslichen Twitter Saga, als neuer Right Tackle für Joe Burrow. Ein weitere Blow kam hinzu, als sich in der Preseason Star LT Tyron Smith am Knie verletzte und mindestens bis Anfangs Dezember nicht mehr einsatzfähig ist. Diese Verluste in der O-Line sind schwierig zu verstecken, gerade wenn man ein Team ist, das eigentlich sehr gerne den Ball laufen würde. Mit Ezekiel Eliott und Tony Pollard steht dem Team aber ein super Backfield zur Verfügung, was nicht nur helfen kann, gewisse Mängel in der O-Line zu kaschieren, sondern auch etwas den Druck von Cooper Rush nehmen sollte.
In der Defensive der Cowboys gibt es aus gegnerischer Sicht ein grosses Problem und dieses Problem trägt den Namen Micah Parsons. Der Outside Linebacker sorgte bereits in seiner Rookie-Saison letztes Jahr für Furore. In den 18 Spielen die er bisher in der NFL bestritten hat, kommt der junge Mann auf 15 Sacks. Bei seinem Auftritt vor Wochenfrist gegen die Buccaneers, lies er sich eine unglaubliche 60 % Passrush-Winrate notieren. Dies bedeutet, dass er bei den 62 Snaps die er gespielt hat, 37 mal sein direktes Gegenüber im Passrush geschlagen hat. Einfach nicht von dieser Welt. Was Parsons auch so gefährlich macht, ist dass du nie weisst von wo er kommt. Cowboys DC Dann Quinn versteht es unglaublich gut, seinen Starspieler mit stetig wechselnden Looks aufzustellen. Es ist also äusserst schwierig als Offense einen konkreten Gameplan für ihn zu entwickeln. Mit Dexter Lawrence haben die Cowboys einen weiteren sehr guten D-Liner, welcher schon Mal ums Mal bewiesen hat, dass mit ihm nicht zu Spassen ist. Im Defensie Backfield gibt es einen letzten Namen, der allen ein Begriff sein sollte. Mit Trevon Diggs haben die Cowboys die Inpersonifiaktion eines Big-Play Cornerbacks in ihren Reihen. Diggs ist in jedem Spiel für eine Interception gut und spielt äusserst agressiv den Ball. Diese Agressivität wird ihm aber auch oft zum Verhängniss. So ist sein Spiel ist es ein stetiges Auf und Ab und oft gespickt mit geilen Plays sowie haarsträubenden Fehlern.
Bengals - Redemption?
Die Bengals Offense muss sich nach dem schwachen Auftritt gegen Pittsburgh beweisen. Dies gilt in erster Linie für Joe Burrow, welcher mit seinen fünf Turnovern einen rabenschwarzen Tag erlebte. Gegen die Steelers ist Burrow oft viel zu hektisch seine Progressions durchgegangen. Er verpasste dabei offene Passempfänger nur um kurze Zeit später einen Pass zu forcieren, der nicht da war. Burrow hat letztes Jahr bewiesen, dass er gewillt ist die Bälle zu verteilen und ich bin überzeugt davon, dass es ihm gegen die Cowboys schon wieder deutlich besser gelingen wird. Eine weitere wichtige Anpassung, welche Joe Burrow vornehmen muss, ist dass er schneller den Ball loswird. Gegen eine Starke D-Line wie die der Steelers oder Cowboys, darfst du den Ball einfach nicht so lange halten, sonst schepperts. Zudem würde ich mir wünschen das er früher versucht Chase mit ins Spiel einzubinden. Gegen die Steelers taute Chase so richtig erst in der 2. Halbzeit auf, als in Burrow auch deutlich bewusster suchte. Klar ist, dass dies nicht die alleinige Aufgabe von Burrow ist, sondern man auch von Zac Taylor erwarten muss, die Offense optimaler auf den Star-WR auszurichten. Gegen ein fehleranfälliges Backfield der Cowboys wäre es sicherlich eine gute Strategie, Chase die Möglichkeit zu geben, das eine oder andere Bigplay zu machen. Über der zweiten grossen Waffe der Bengals steht ein grosses Fragezeichen. Kann sich Tee Higgins rechtzeitig von seiner Gehirnerschütterung erholen? Falls Higgins ausfallen sollte, dürften Tyler Boyd im Slot und Hayden Hurst auf Thight End mehr in den Fokus des Passspieles rücken und auch auf Runningback ist wieder einiges von Mixon als Runner und als Passempfänger zu erwarten.
Auch in der Offensiv Line gibt es noch einige Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. So muss die Line gerade auf der linken Seite mit LT Williams und LG Volson sich noch deutlich steigern, wenn man nicht zur Bürde werden will. Des weiteren ist es gerade bei dieser variablen Cowboys Front, von enormer Bedeutung, dass sich die Line besser untereinander abspricht und klar miteinander kommuniziert, wer welche Verantwortungen hat. Right Tackle Lael Collins dürfte diese Partie besonders motiviert in angriff nehmen. So spielte er die ersten 5 Jahre seiner Karriere in Dallas und war ein nicht unbedeutender Teil einer oft sehr starken Cowboys Offensive Line.
Insgesamt von der Offensive erhoffe ich mir einfach mehr Variabilität und Kreativität. Hier muss sich vor allem Head Coach Zac Taylor und Offensiv Coordinator Brian Callahan etwas Besseres einfallen lassen. Gerade die Run Designs waren gegen Pittsburgh sehr offensichtlich und man hat gut gemerkt wie bereits im zweiten Viertel die Steelers Defense sich darauf einstellen konnte und leider auch nichts zu befürchten hatte, da dann wirklich auch immer der Lauf kam. Hier wäre es doch ein probates Mittel, wenn man versuchen würde mehr Play Action in dem Gameplan einzubauen. Dies würde nicht nur dem Rungame helfen, sondern eben auch mehr freie Räume für die starken Bengals Receiver schaffen, wenn die Verteidiger eigentlich einen Run erwarten.
Neben Collins in der Offensive haben wir auch in der Defensive einen Spieler der sich bestens mit den Cowboys auskennt. Chidobe Awuzie, unser Nummer eins Outside Corner, spielte lange in Dallas, konnte aber erst bei uns sein Potential so richtig ausschöpfen. Grundsätzlich sollte für unsere Defense der Fokus darauf liegen, die beiden straken Runningbacks der Cowboys zu stoppen. Mit Dj Reader haben wir die optimale Besetzung für diese Aufgabe. Dj Reader erhält von der breiten Öffentlichkeit viel zu wenig Aufmerksamkeit dafür, wie gut er eigentlich ist. Woche für Woche kommt kein Runningback ungeschoren an ihm vorbei und die armen Guards die versuchen ihn im Passrush zu stoppen sehen oft ziemlich hilflos aus. Wenn das Rungame erst ein mal unter Kontrolle ist, zwingst du Cooper Rush dazu selbständig Plays zu machen. Um dies möglichst zu verhindern, sollte man zusehen das Cedee Lamb unserer Defense nicht auf der Nase rumtanzt. Mit Awuzie, Appel und Hilton haben wir aber genügend Personal, welches sich dieser Aufgabe annehmen kann. Wenn der Passrush es schafft, schnell Druck zu generieren, könnte dies Cooper Rush zu einigen unüberlegten Entscheidungen führen. Diese sollte man dann aber aus defensiver Sicht auch für sich nutzen können. Wenn es nämlich etwas Kleines an der starken Perfomance der Defense letzte Woche zu bemängeln gab, dann war es der Fakt, dass sie kaum Big Plays in Form von Sacks oder Interceptions generieren konnte.
Keys to Victory
- Parsons keinen Zugriff auf die Offense geben. Er wird seine Plays machen aber er darf dir nicht deine Drives zerstören!
- Lass ihr Laufspiel nicht aufkommen. So zwingst du die Verantwortung Offensive in die Hände von Cooper Rush.
- Keine dummen Fehler machen. Dem Ball sorgetragen, keine unüberlegten Würfe und keine blöden Strafen nehmen um so den Cowboys einfache Yards und Punkte zu schenken.
- Früh das Spiel in die richtigen Bahnen lenken. Das Spiel heiss starten um den Cowboys nicht das Gefühl zu geben, dass heute etwas grosses drin liegt.
Dann bleibt mir zu guter Letzt wie immer nur noch eines übrig:
Who Dey!
🐅
Kommentare
Kommentar veröffentlichen